Synodontis
Ewiger Begleiter und Rivale
Die Welse der Gattung Synodontis (zu Deutsch Fiederbartwelse) sind ausschließlich in Afrika verbreitet. Diese Fische sind seit langem wissenschaftlich beschrieben und in der Aquaristik sehr beliebt. Sehr oft werden die Tiere zusammen mit Buntbarschen gehalten. In Malawi Aqaurien sind vor allem die Arten aus dem Tanganjika See vorzufinden.
Kuckuckswelse: Synodontis multipunctatus vs. Synodontis grandiops
Wohl die bekannteste Art dieser Gattung ist Synodontis multipunctatus oder Kuckuckswels. Wie schon der Name sagt, zeigen diese Tiere das Kuckucks - Verhalten. Während die maulbrütenden Barsche ablaichen, fressen die Kuckuckswelse teilweise die Eier von Barschen und legen eigene Eier ein. So kommt es dazu, dass die Barschweibchen die Eier von den Welsen im Maul austragen. Nach der Brutzeit lassen dann die Barsche die kleinen Welse in die Welt frei, während der Nachwuchs von Barschen den Welslarven als Nahrung diente.
Noch bis vor kurzem wurde angenommen, dass dieses Verhalten weltweit nur diese einzige Art zeigt. Allerdings in 2006 wurde von Wright, J. J. & L. M. Page noch eine Art - Synodontis grandiops beschrieben, welche auch das gleiche Verhalten aufweist. Diese zwei Arten sind äußerlich sehr ähnlich, werden daher in der Aquaristik oft verwechselt und sind sogar für Fachleute nicht immer leicht zu unterscheiden. Die Synodontis multipunctatus sind deutlich größer als Synodontis grandiops und können leicht bis zu 25 cm groß werden. Außerdem haben Synodontis grandiops größere Augen als Synodontis multipunctatus. Endgültige Sicherheit kann aber nur die Anzahl von Flossenstrahlen in Brustflossen geben – sieben bei Synodontis grandiops und acht bei Synodontis multipunctatus. Im Handel werden aber diese zwei Arten praktisch nicht unterschieden, obwohl die Unterscheidungsmerkmale seit Jahren bekannt sind.
Die Kuckuckswelse sind sehr agile und lebenslustige Fische, die immer in Bewegung bleiben. Sie lassen sich nichts gefallen und können auch mit relativ aggressiven Buntbarschen in Gruppen von 4 – 6 Tieren vergesellschaftet werden. Die Zucht ist problemlos möglich, vor allem zusammen mit großen Tieren der Utaka-Gruppe. Pro Wurf bekommt man in der Regel 3 bis 6 Welse, obwohl auch eine größere Anzahl (bis zu 20 Jungtiere) möglich.
Synodontis petricola vs. Synodontis lucipinnis
Synodontis petricola wurden früher fälschlicherweise auch als Kuckuckswelse bezeichnet. Diese Art kommt ebenso aus dem Tanganjika See, ist aber im Gegensatz zu Kuckuckswelsen ein Freilaicher und zeigt kein Kuckucks - Verhalten.
Synodontis petricola erreicht die Größe von 13 cm, oft bleiben die Tiere kleiner - etwa 10 – 11 cm groß. In der Aquaristik werden die Tiere mit den Synodontis lucipinnis (früher Synodontis petricola „dwarf“ genannt) verwechselt. Die Synodontis lucipinnis bleiben deutlich kleiner als Synodontis petricola und sind heller gefärbt. Vor einer Zeit wurde angenommen, dass es sich bei Synodontis petricola „dwarf“ um eine Standortvariante von Synodontis petricola handelt.
Aber laut Wright, J. J. & L. M. Page (2006): Taxonomic revision of Lake Tanganyikan Synodontis bildet Synodontis lucipinnis keine Standortvariante von Synodontis petricola, sondern ist eine neue Art und sollte auch so behandelt werden. In der letzten Zeit gibt es im Handel auch eine Menge Hybriden, welche als Synodontis petricola angeboten werden.
Die Sicherheit kann der erste Flossenstrahl der Rückenflosse geben. Bei den echten Synodontis petricola ist er weiß.
Synodontis petricola ist ein friedlicher Wels, der in Gruppen von 4 – 5 Tieren gehalten werden kann. Im Vergleich zu Kuckuckswelsen brauchen Synodontis petricola sehr viele Verstecksmöglichkeiten in dem Aquarium wie Höhlen oder Röhren, wo die Tiere sich die meiste Zeit aufhalten und nur zum Fressen raus kommen.
Die Zucht von Synodontis petricola ist möglich, gestaltet sich aber schwieriger als bei Kuckuckswelsen. Das Problem liegt daran, dass die Tiere einerseits eigene Eier sofort nach dem Ablaichen gerne selbst fressen, andererseits, stellen die Eier sehr hohe Ansprüche an Wasserqualität. Ist die Qualität unzureichend – verpilzen sie schnell. Wenn aber alles gut geht, schlupfen die kleinen Welse am dritten Tag und beginnen mit Futtersuche. Pro Wurf kann man 200 – 300 Jungtiere bekommen. Die Aufzucht mit Cyclops, Artemia usw. wird empfohlen.
Synodontis polli white
Synodontis polli white ist noch eine Art aus dem Tanganjika See, welche seit kurzem in Malawi Aquarien gehalten wird. Genau so, wie bei Synodontis petricola, handelt es sich bei den Tieren um Freilaicher. Die Tiere werden 8 – 10 cm groß und bleiben nicht so scheu, wie Synodontis petricola. Oft ist diese Art in den Aquarien frei schwimmend zu sehen, obwohl sie Verstecke genau so wie alle anderen Welse mögen.
Unter den Namen Synodontis polli und Synodontis polli white werden im Handel mal und dunklere mal hellere Tiere angeboten. Manche Aquarianer gehen davon aus, dass es sich bei Synodontis polli white um eine hellere Standortvariante von Synodontis polli handelt. Manche sind dagegen überzeugt, dass Synodontis polli white eine noch nicht wissenschaftlich beschriebene Art ist, welche mit Synodontis polli nichts zu tun hat. Leider fehlen noch die Informationen um in dieser Frage sicher zu sein.
