Fortsezung. Teil 1 finden Sie hier
Erste Tage nach dem Direktimport
Provisorisch habe ich für die Tiere ein 375 Liter Quarantänebecken mit Massen 150 x 50 x 50 eingerichtet. In dem Aquarium sollten sie die ersten Tage in der Ruhe verbringen. Sie sofort in 1000 Liter Becken mit agilen und frechen Malawi Räubern zu setzen, wollte ich erstmal nicht.
Die 375 Liter waren für die Gruppe laut meiner Recherche entscheidend zu wenig, aber zur Not, falls es zu Kämpfen kommen soll, hatte ich noch drei weitere leere Aquarien von 300 bis 450 Liter parat. Das Becken habe ich mit zwei XXL – Höhlen eingerichtet, die auch so großen Tieren Schutz bieten könnten.
In einem Erfahrungsbericht von planetcatfish.com habe ich gelesen, dass Synodontis granulosus sofort nach dem Import oft versuchen sollen, aus dem Becken herauszuspringen. (Dieses Verhalten kann ich übrigens voll und ganz bestätigen. Mehr noch, bei mir haben es die Tiere damit immer wieder, auch Monate später nach dem Import, versucht, aber immer nur wenn sie in ein neues Aquarium umgesetzt wurden). Nun um einen 25 – 30 cm großen kräftigen Wels aufzuhalten, habe ich dicke schwere Plexiglasscheiben als Abdeckung genutzt.
Abgesehen von mehreren gescheiterten Versuchen das Becken in Richtung Boden über den Rand zu verlassen, haben sich meine Neulinge absolut vorbildlich verhalten. Sie haben jeden Winkel in dem Aquarium neugierig untersucht und waren immer nach Nahrungssuche. Es gab dabei keine Kämpfe, keine Randale – nix. Sie haben sich eher wie eine Synodotnis petricola Gruppe verhalten – ruhig, langsam, sogar ein bisschen verschlafen. Von dem Geschlechtsverhältnis konnte ich auf zwei Männchen und zwei Weibchen tippen.
Erste Tage habe ich meine Synodontis granulosus mit Flockenfutter gefüttert, mal mit Malawi Tropical mal mit Tropical Spirulina Forte 36%. Sie haben immer gierig gefressen und waren dann auf einmal richtig schnell und gefährlich. Das größte Weibchen in der Gruppe hat sich als das Alpha-Tier hervorgetan, und hat gelegentlich andere Tiere quer durch das Becken gejagt. Allerdings war das alles noch in üblichen Rahmen, nicht mehr als bei anderen Synodontis Arten.
Weitere Wochen
Nach einer Woche habe ich gemerkt, dass das Weibchen mehr Druck macht, als es eigentlich anderen Tieren und mir selbst lieber wäre. Und so habe ich die ganze Gruppe in ein 450 Liter Aquarium umgesetzt, in der Hoffnung, dass sie dort mehr Platz hätten und sich besser verstehen könnten.
Genau eine Woche hat das alles bestens funktioniert. Ab und zu hat das Alpha-Weibchen Randale gemacht, aber das lag alles irgendwie noch fast in Grenzen. Nach zwei Wochen war es aber auf einmal richtig Schluss mit lustig. Das Leitweibchen hat das ganze Aquarium endgültig für sein Revier erklärt und hat andere Fische ununterbrochen gejagt. So musste ich das Tier in ein 300 Liter Becken separat umsetzen.
Nach zwei Stunden musste ich das größte Männchen von der Gruppe trennen, da er sich praktisch genau so, wie das Leitweibchen verhalten hat.
Nach drei Stunden musste ich die letzen zwei Welse aus denselben Gründen voneinander trennen.
So war ich auf einmal der stolze Besitzer von 4 Synodontis granulosus, die ich in 4 Aquarien unterbringen musste, da es zusammen einfach nicht mehr ging. Gegenüber anderen Tieren waren meine Welse aber tatsächlich sehr friedlich, nur das größte Männchen hat gelegentlich andere Fische ab und zu gejagt.
Inzwischen habe ich erfahren, dass die Züchter in Großbritannien die Tiere auch immer einzeln halten und nur für das Ablaichen kurzzeitig zusammen setzen. Das wird nun auch meine Strategie für die nächsten Monate sein. Sollte es innerhalb dieses Jahres mit Nachzuchten nicht klappen, werde ich wahrscheinlich die Tiere einfach in mein 3 Meter Becken umsetzen und hoffen, dass sie dort genug Platz und Verstecksmöglichkeiten finden, um in der Gruppe zu leben.
Fortsetzung folgt.

