Jul 182013
 

Nach dem wir unsere Synodontis granulosus einige Monate lang getrennt halten mussten, haben wir uns entschlossen ein großes Becken zu bauen, um noch mal zu versuchen die ganze Truppe zusammen in einem Aquarium zu pflegen. Wir hatten nicht viel Platz in dem Keller und vor allem der stark gewinkelte Kellergang machte uns Sorgen. Ein 2 Meter oder 2,5 Meter Becken könnte einfach nicht reipassen und das Risiko wollten wir nicht eingehen. Letztendlich haben wir uns entschlossen zwei Aquarien 160x80x70 und 150x80x70 zu bestellen. Zwar sind die Becken relativ kompakt gebaut, bieten aber immerhin mit 900 Liter und 840 Liter genug Schwimmplatz auch für große Tiere.
Das RegalDie Schweißarbeiten
Zuerst wurde das Gestell aus 30 mm Stahlvierkantrohr geschweißt. Das Regal muss das Gesamtgewicht von über 2 Tonnen aushalten, daher haben wir die Ecken entsprechend verstärkt. Für die Beleuchtung haben wir uns für 120 cm Leuchtröhren mit 10000 Kelvin entschieden und haben sie direkt an der Wand montiert, bevor die Becken aufgestellt wurden. Somit waren alle Vorbereitungen getroffen. Jetzt müssen die Becken her!

Die Aquarien nach unten in den Keller zu bringen, war ein Kraftakt und eine unglaubliche Aktion, welche ohne Hilfe unseren Kollegen nicht möglich gewesen wäre. Die Becken waren tierisch schwer und in einem schmalen Kellergang gar nicht einfach zu hantieren. Aber wir haben es geschafft! Und so sieht es ein paar Wochen später aus.

150x80x70

Das Becken 150x80x70 (840 Liter)

160x80x70

Das Becken 160x80x70 (ca. 900 Liter)

 Veröffentlicht von am 19:03  Kennzeichnung:
Mrz 032013
 

Synodontis petricola OB (c) Benjamin Kallen

Synodontis petricola OB (c) Benjamin Kallen

Vor einigen Monaten habe ich ein paar Fotos von einem befreundeten Züchter bekommen. Und ob man glaubt oder nicht, auf den Fotos waren gescheckte (OB) Synodontis petricola zu sehen. Ich war von den Tieren so derartig begeistert, dass ich dem Kollegen vorgeschlagen habe, einen kleinen Bericht darüber zu schreiben. Und hier ist es samt Fotos und allen Infos zu dem Thema Synodontis zu sehen.

 Veröffentlicht von am 17:12  Kennzeichnung:
Jan 112013
 

Mal so zwischen den Jahren habe ich mich wieder kurz mit Malawiaalen beschäftigt. Diesmal ging es nicht um Mastacembelus sp. rosette, sondern um die zweite Aal-Art aus dem Malawisee Aethiomastacembelus shiranus. Im Vergleich zu Mastacembelus sp. rosette ist Aethiomastacembelus shiranus relativ oft im See anzutreffen. Die Erstbeschreibung wurde noch im Jahre 1896 von Günther gemacht. Daher handelt es sich bei den Tieren um eine seit langem gut bekannte Art, welche ab und zu auch heute importiert wird.

Es wird immer wieder spekuliert, dass es sich womöglich bei Mastacembelus sp. rosette und Aethiomastacembelus shiranus nicht um zwei eigenständige Arten sondern um zwei unterschiedliche Standortvarianten einer Art handelt.

Mastacembelus shiranus und Mastacembelus sp. rosette

Mastacembelus shiranus und Mastacembelus sp. rosette. Ungleiche Bruder.

Weil ich schon einen Mastacembelus sp. rosette in meinem Bestand habe, wollte ich mir auch ein paar Aethiomastacembelus shiranus besorgen, um die Tiere vergleichen zu können. Sollte es sich tatsächlich herausstellen, dass es eine und dieselbe Art ist, so könnte man auch mit der gezielten Zucht der Tiere versuchen. Aethiomastacembelus shiranus wird im See in größeren Mengen als Mastacembelus sp. rosette gefangen und importiert. Deswegen konnte ich mir drei Tiere (zwei fast ausgewachsene und noch ein halbwüchsiges Exemplar) bei AquaTreff problemlos besorgen.

Ich habe die Tiere in einem 300 Liter Artenbecken (120x50x50) zusammen mit einem Mastacembelus sp. rosette untergebracht. Wegen Fütterung und Eingewöhnung der Neuankömmlinge habe ich mir keine großen Sorgen gemacht. Zwar sind viele Wildfänge-Aale sehr wählerisch, aber fast alle Tiere ohne Ausnahme gehen in ersten Tagen gerne an lebende rote Mückenlarven ran. Ich habe bereits damit sehr gute Erfahrungen bei vielen Stachelaalen, sei es Mastacembelus ellipsifer, Mastacembelus sp. rosette oder Mastacembelus plagiostomus gemacht und war zuversichtlich, dass es auch diesmal problemlos klappt. Der Plan war gut. Schlecht war nur, dass ich keine lebenden roten Mückenlarven zwischen den Jahren und auch in der ersten Woche nach Silvester bekommen habe.

So musste ich mit Frostfutter versuchen, obwohl es mir klar war, dass es höchstwahrscheinlich nicht unbedingt klappt und ich unter Umständen sehr große Schwierigkeiten mit den Tieren bekomme. Wie befürchtet, haben meine Aethiomastacembelus shiranus konsequent alle Sorten von Frostfutter in ersten Tagen abgelehnt. Nach einer Woche hat das kleineste Tier endlich ein paar gefrorenen roten Mückenlarven gefressen. Die größeren Exemplare dagegen zeigten kein Interesse an Frostfutter – egal womit ich auch versucht habe. Mehr als zwei Wochen lang musste ich hilflos zusehen, wie meine Tiere hungern und mit jedem Tag mehr und mehr apathisch werden. Zwar können die Stachelaale theoretisch fast einen Monat lang ohne Futter aushalten, aber… Normalerweise werden die Tiere vor dem Import auch noch 1 oder 2 Wochen nicht gefüttert, so dass schwer zu sagen war, wie lange sie insgesamt nichts gefressen haben. Ich konnte aber sehen, dass bei meinen Tieren schon eine gefährliche Grenze erreicht war.

Zum Glück konnte ich letztendlich eine Packung von lebenden roten Mückenlarven besorgen. Wie erwartet, haben die Tiere sie sofort gierig gefressen. Ich finde das Verhalten sehr bemerkenswert, aber für Stachelaale auch sehr typisch. Sie reagieren vor allem auf die beweglichen und gut sichtbaren Ziele und können mit keinem anderen Futter zuerst anfangen. Versucht man sofort mit Frostfutter, klappt es oft nicht. Wenn die Tiere aber im Aquarium ein paar Wochen lang die lebenden roten Mückenlarven gefressen haben, so nehmen sie später problemlos auch gefrorene Mückenlarven und schließlich andere Sorten an. Dabei spielt auch das Alter von den Tieren eine große Rolle. Die größeren Exemplare sind schwieriger als die halbwüchsigen einzugewöhnen. Das konnte ich nicht nur bei Aethiomastacembelus shiranus sondern auch bei Mastacembelus ellipsifer beobachten. Die kleineren und jüngeren Tiere beginnen früher zu fressen und akzeptieren oft das Frostfutter sofort. Aber die lebenden roten Mückenlarven scheinen mir ein gutes Rezept zu sein, um die Tiere unabhängig von der Größe sicher in ersten Tagen durch zu bekommen.

Bezüglich der Frage, ob es sich bei Aethiomastacembelus shiranus um eine andere Art als Mastacembelus sp. rosette handelt oder nicht, ich denke, das sind zwei unterschiedliche Arten. Es geht nicht nur um die Farbe – klar – sind sie ganz anders. Aber auch die Kopfform bei meinen Tieren ist ein bisschen unterschiedlich und auch das Verhalten scheint mir anders zu sein. Aber sicher bin ich mir nicht. Ich habe leider nur einen Mastacembelus sp. rosette zum Vergleich – da kann man keine Schlüsse ziehen.

Wenn ich die Tiere mit Tanganjika-Aalen (Mastacembelus ellipsifer) vergleiche, so fallen noch größere Unterschiede auf. Alle Mastacembelus ellipsifer, die ich habe, sind sehr schwimmfreudige Tiere. Sie sind immer in Bewegung, zeigen sich oft im Freien. Auch die Gesellschaft von anderen großen Tieren wie Buccochromis, Nimbochromis, Dimidiochromis etc. macht ihnen nichts aus. Die Malawiaale sind dagegen eher schüchtern, ziehen sich oft in die Höhle zurück und beobachten das Geschehen im Aquarium aus sicherer Entfernung. Sie zeigen sich nur beim Füttern, sind dann aber genauso schnell und frech wie die Geschwister aus dem Tanganjikasee.

Alles in allem sind es sehr schöne Tiere. Es macht sehr viel Spaß, sie zu halten und zu pflegen. Zwar sind die Anschaffungskosten relativ hoch, aber es lohnt sich. Denn die Tiere sind der absolute Blickfang in jedem Aquarium.

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